Tragetaschen

Plastiktüten belasten visuell die Umwelt, verschmutzen und belasten aber nicht die Erde, das Wasser oder die Luft. Sonnenlicht und UV Strahlen konvertieren PE Materialien mit der Zeit zu Kohlenstoff und Wasser. Bei allen PE Folien (Baufolien, Landwirtschaftsfolien, Kunststoffbeutel usw.) die dem Sonnenlicht ausgesetzt liegt die Zerfallszeit bei ungefähr zehn Jahren, wobei PE-Folien die den Sonnenstrahlen intensiv ausgesetzt waren eine nützliche Lebensdauer von bis zu zwei Jahren haben. Die Behauptung, dass PE Folien eine Zerfallszeit von 1000 Jahren haben ist nicht wahr und dies wird auch immer seltener behauptet. Tragetaschen die begraben unter dem Müll liegen können eventuell erst in ein paar hundert Jahren endgültig zerfallen.

Kunststoffbeutel werden aus Polyethylen produziert, das aus Kohlenstoff und Wasserstoff besteht, die nicht schädlich für die Umwelt sind. Polyethylen ist eine inerte Substanz die das Wasser, die Erde oder die Luft nicht verschmutzt. Gebrauchte Kunststofftüten und Folien sind recyclebar und damit in anderen Kunststoffprodukten wiederverwendbar. Solcher Rohstoff kostet die Hälfte von neuem Rohstoff. PVC (Polyvinylchlorid) wird nicht bei der Herstellung von Tragetaschen verwendet, und nicht in dieselbe Kunststoffgruppe eingeteilt. PVC Beutel werden in der Regel in die Pharma-, technischen und ähnlichen Industrien verwendet (Blutinfusion usw.) Übrigens ist PVC nicht radioaktiv, wie gelegentlich angegeben.

Plastiktüten können die Anforderungen des biologischen Abbaus durch bestimmte Standards erfüllen. Diese Beutel werden durch die Erzeugung von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen , wie Mais (bioabbaubaren Gegenwart von Wärme , Feuchtigkeit und Bakterien) oder Zugabe des Additivs (biologischer Abbau in Gegenwart von Sauerstoff) im Polyethylen abgebaut. Es gibt viele Diskussionen darüber, ob solche Lösungen sinnvoll sind, denn neuere Studien haben gezeigt, dass mehrmals verwendbare "Standard"- Tragetaschen zur Zeit die beste Lösung sind. Neben den Bioabbautrends ist auch die Verringerung der Auswirkungen der globalen Erwärmung aktuell, die wiederum auf der Verringerung der Auswirkungen von Kohlenstoff (C0²-Bilanz) basiert ist. Neben den klassischen Möglichkeiten der Verringerung der Stärke, bei gleichzeitiger Verbesserung der mechanischen Eigenschaften, werden auch Hybridlösungen durch Zugabe von speziellen Materialien angeboten, die die C0²-Bilanz bis zu 30% reduzieren, wobei neuerdings Polyethylen aus 100% Naturbasis (Zuckerrohr) verfügbar ist, das identische Eigenschaften wie "Standard"-Polyethylen ufweist. Dieses Polyethylen ist nicht biologisch abbaubar, es kann aber biologisch abbaubares Additiv hinzugefügt werden. Es ist zu bemerken, dass fast alle Hersteller in Kroatien mit ihren bestehenden Maschinen diese biologisch abbaubare Folien und Beutel produzieren können. Die Fähigkeit, zu biologisch abbaubaren Tüten aus "essbaren" Materialien überzugehen ist derzeit nicht möglich, weil es nicht genug Rohstoff auf dem Markt gibt (weniger als 1 % gegenüber klassischem Material), aber die Investitionen in diesem Bereich sind sehr groß und es ist wahrscheinlich, dass das Wachstum der einzelnen „essbaren“ Materiale und Trends der Verbote beeinflusst hat.

Eine wichtige Eigenschaft, die oft von der Öffentlichkeit ignoriert wird, ist die Gewichtreduzierung des Beutels bei Erreichung der gleichen mechanischen Eigenschaften. So ist Muraplast in der Lage, viel leichtere und dünnere Taschen zu produzieren, die das gleiche Gewicht im Vergleich zu Standard- Polyethylenbeutel standhalten.

Aus 100% recyceltem Polyethylen industriellen Ursprungs, oder durch Wiederverwendung der Kunststoffabfälle aus Haushalten, ist es durchaus möglich, neue Kunststoffbeutel zu machen. Mit bis zu etwa 20 % recyceltem Polyethylen gibt es keine signifikante mechanische Verformung , während ein größerer Anteil von Recycling-Materialien, vor allem selektierte Haushaltsabfälle, die Mechanik schwächen können, weil Polyethylen bei jedem Recyclingprozess einen Teil seine mechanischen Eigenschaften verliert (Abbau des Polyethylen - Bindungen oder Rissbildungen in gleicher Weise wie UV-Strahlung).

Papiertragetaschen wurden in der Vergangenheit mit Kunststoff aufgrund finanzieller, umweltbezogener und praktischer Gründe ersetzt. Papiersäcke sind biologisch abbaubar, sind aber teurer zu transportieren, nehmen viel mehr Platz auf Abfalldeponien und in Verkaufsgeschäften (Volumen), auch wird mehr Energie vom Anfang bis zum Ende ihrer Nutzung verbraucht. Die Gesamtproduktion von Papiertragetaschen richtet weit mehr Verschmutzung in der Umwelt an (Luft und Wasser).

Ohne dass alle Bedingungen erfüllt sind werden keine Taschen biologisch abgebaut, egal ob Kunststoff-, Papier -, Oxo - oder Hydro- Tragetaschen.

Weggeworfene Plastiktüten

Es wird geschätzt, dass 75% der Kunststoffbeutel für die Lagerung von Haushaltsgegenständen verwendet werden, als Müllbeutel dienen oder für andere nützliche Dinge wiederverwendet werden. PE-Beutel sind ein sehr wirksames Produkt, das mehrfach verwendet werden kann. Deren Verbot würde zu einer massiven Expansion und Kauf von Kunststoffmüllsäcken, sowie Metall- und Kunststoffbehältern führen und den Papiertütenverbrauch steigern, was wiedrum das Volumen des Abfalls erhöhen würde. In letzter Zeit wurden in Kroatien neue Produktionslinien für Taschen installiert und nach noch einigen Investitionen begleitet werden wir in der Lage sein, einen guten Teil des kroatischen Bedarfs zu decken.

PE Tragetaschen und Beutel sind in letzter Zeit ein Symbol schlechter Gewohnheiten geworden, trotz deren geringerem Beitrag zur Umweltverschmutzung, so dass sie von vielen Umweltorganisationen, Interessengruppen und Politiker für deren eigene Interessen genutzt werden.

Der durchschnittliche Jahresverbrauch von PE-Tragetaschen in punkto Umweltverschmutzung ist das Ekvivalent der Umweltverschmutzung verursacht mit einer 13 km Autofahrt. Warum fokussieren sich gewisse Gruppen gerade auf PE Tragetaschen? Jemand der alle sechs Monate 10 km durch Stadtstaus mit dem Wagen fährt um ein neues Smartphone zu kaufen und an der Kasse sagt: „Nein, danke, ich bin umweltbewusst, ich verwende keine PE Tragetaschen“, ist weniger umweltbewusst, als jemand der jeden Tag eine PE Tragetasche nimmt, sie mehrmals verwendet und sie dann nach Vorschriften entsorgt.

DIE LÖSUNG

Kunststoff hat zur Zeit keine Alternative als Verpackungsmaterial. PE IST eine günstige und umweltfreundliche Alternative zu anderen Materialien. Keine Verpackung sollte auf der Mülldeponie enden. Alle Verpackungen sollten rezykliert werden. Das Problem hier ist nicht das PE an sich, sondern das Umweltbewusstsein der Verbraucher. Mit Aktionen, Schulungen und Recycling, kann man das Problem hier sehr schnell und effektiv reduzieren.
Nutzer sollten Tragetaschen mehrmals verwenden, diese beim Kauf gut auffüllen und sie dann am Ende als Müllsack verwenden, oder sie rezyklieren. Tragetaschenhändler sollen Kunststofftaschen bestellen die mehrmals verwendet werden können und sie sollten dem Verbraucher ermöglichen, kostenlos nicht mehr verwendbare Tragetaschen zurückzugeben. Das könnte die Kundenloyalität stärken und den Kunststoffabfall verringern.

GESETZGEBUNG IN KROATIEN

Laut den letzten Änderungen der Vorschriften über Verpackungen und Verpackungsabfall werden Kunststofftaschen als Verpackung betrachtet, so dass juristische oder natürliche Personen die Tragetaschen vertreiben (z.B. Handelsketten die Tragetaschen verkaufen/austeilen) 1.500,00 HRK pro Tonne für Entsorgung bezahlen müssen. Falls die Tragetaschen einem Verarbeiter übergeben werden, ist dieser verpflichtet diese 1.500,00 HRK pro gesammelter Tonne zu begleichen. Die Vorschriften über Verpackungen und Verpackungsabfall unterscheiden den Verpacker oder Importeur der Verpackung vom Hersteller der mit der Verpackung handelt. Die Gebühr bezahlen die Hersteller.
Im Augenblick wird versucht alle Änderungen der Vorschriften zu vereinigen (es gibt fast 10) und neue aufzusetzen.

EU-RICHTLINIE FÜR VERPACKUNG UND ABFALL

Die  europäischen Richtlinien für Verpackungen und Abfälle geben an, dass jede Verpackung  mehrere der folgenden Bedingungen erfüllen muss:

1. Rückgabe und Recycling

Wiedergabe durch Verbrennung von Abfällen (Material soll gewisse Energierückgabe erweisen)
Bio-Verwendung als biologisch abbaubares Material.
Das Material sollte recycelt werden.

2. Reduzierung von Verpackungsmaterialien
Ein kritischer Punkt für die Verringerung des Gewichts und des Volumens der Verpackung sol identifiziert werden (EN 13428:2004).

3. Wiederverwendung
Die Verpackung muss so gestaltet werden, dass sie wieder verwendet werden kann (EN 13429:2004).

4. Reduzierung gefährlicher Bestandteile
Verpackung darf weder bestimmte gefährliche Stoffe beinhalten, noch dürfen diese bei der Herstellung emittiert werden.

5. Schwermetalle

Die Verpackung darf nicht bestimmte Schwermetalle enthalten.
Wenn wir Standard-Polyethylen-Tragetaschen als Verpackung betrachten, können sie für die Energierückgewinnung verbrannt werden (Kaloriengewinn von 22 MJ/kg nach EN 13431), sie können recyclebar sein (EN 13430), ihr Gewicht kann deutlich reduziert werden (EN 13428), sie können wieder verwendet werden (EN 13429 ) und sie enthalten keine gefährlichen Stoffe oder Schwermetalle.